KI-Beratung: was bringt ein Analyse-Tag im Betrieb?

Jan Stolz · aktualisiert im November 2026 · 4 Minuten Lesezeit

Warum man mit einer Analyse anfängt

Viele Betriebe starten mit einem Werkzeug. Jemand hat von einem Programm gehört, richtet es ein und merkt nach Wochen, dass es zu keinem Ablauf passt. Das kostet Zeit und Geld und macht skeptisch.

Der umgekehrte Weg ist ruhiger. Erst schauen Sie sich an, wo Zeit verloren geht, und dann wählen Sie die passende Lösung. Der Analyse-Tag ist dieser erste Schritt, mit einem klaren Anfang und einem klaren Ende.

Eine Analyse hilft auch beim Team. Wenn Mitarbeiter sehen, dass ihre Hinweise aufgenommen werden, entsteht Vertrauen in das, was später kommt. Wer sich übergangen fühlt, bremst jede Neuerung aus.

Wie ein Analyse-Tag abläuft

Sie beginnen mit dem Betriebs-Check, sieben Fragen in etwa zwei Minuten. Daraus ergibt sich, wo ein genauer Blick sinnvoll ist. Am Analyse-Tag selbst gehe ich mit Ihnen durch die Abläufe, die dafür in Frage kommen. Ich sehe mir an, welche Programme Sie nutzen, wie Mails, Belege und Anfragen laufen, wer was macht und wo es hakt.

Dabei sprechen wir mit den Menschen, die die Arbeit tatsächlich machen. Sie wissen am besten, wo die Zettel liegen bleiben und welche Handgriffe jeden Tag Zeit fressen.

Vorbereiten müssen Sie wenig. Es hilft, wenn jemand aus dem Büro und jemand aus dem Betrieb mit am Tisch sitzen und typische Beispiele bereitliegen, etwa eine Handvoll Rechnungen, Angebote und Mails. Echte Kundendaten müssen dabei nicht offen liegen, geschwärzte Beispiele genügen. Am Ende des Tages sprechen wir über die ersten Ergebnisse, damit Sie im Bericht nichts Überraschendes lesen.

Was am Ende vorliegt

Sie bekommen eine Liste der Abläufe mit geschätztem Zeitaufwand pro Woche, einer Einschätzung, wie gut sie sich automatisieren lassen, und einer Reihenfolge. Zu dem Ablauf, der zuerst dran ist, gehört ein Festpreis, schriftlich und mit klar benanntem Umfang.

Wichtig ist auch, was auf der Liste fehlt. Wenn sich ein Ablauf nicht lohnt, steht das dort ebenfalls, mit Begründung. Ein ehrliches Nein spart Ihnen mehr als ein halbherziges Ja.

Die Liste ist so geschrieben, dass Sie sie auch ohne mich lesen und verstehen. Fachbegriffe werden erklärt, und jede Einschätzung hat eine kurze Begründung. Sie können sie Ihrem Steuerberater, Ihrem Geschäftspartner oder einem anderen Anbieter zeigen.

Wann er sich lohnt

Er lohnt sich, wenn Sie das Gefühl haben, dass im Büro zu viel Zeit in Routine fließt, aber nicht genau sagen können, wo. Er lohnt sich auch, wenn Sie schon ein Angebot für ein KI-Projekt auf dem Tisch haben und wissen wollen, ob es zu Ihrem Betrieb passt.

Weniger sinnvoll ist er, wenn Sie schon genau wissen, was Sie automatisieren wollen, etwa die Eingangsrechnungen. Dann können Sie direkt über diesen einen Ablauf sprechen, zum Beispiel über die Automatisierung der Buchhaltung.

Ein weiteres Beispiel sind Betriebe, die gewachsen sind. Bei fünf Mitarbeitern läuft vieles auf Zuruf, bei fünfzehn nicht mehr. Dann zeigt der Analyse-Tag, welche Abläufe aufgeschrieben und welche automatisiert werden sollten.

Gibt es eine Förderung

Das BAFA fördert Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss. Nach der Seite des BAFA ist die Förderrichtlinie bis Ende 2028 verlängert, mit geänderten Bedingungen ab dem 1. Januar 2027. Pro Unternehmen sind höchstens zwei geförderte Beratungen pro Jahr möglich.

Wichtig ist die Reihenfolge. Sie stellen den Antrag online und warten auf das Informationsschreiben, bevor Sie einen Beratungsvertrag unterschreiben. Der Vertragsabschluss gilt laut BAFA bereits als Beginn der Beratung. Ob eine Leistung förderfähig ist, prüfen das BAFA und die Leitstelle. Fragen Sie das bei jedem Anbieter, auch bei mir, bevor Sie etwas unterschreiben. Die Zuschusshöhe hängt vom Standort ab und sollte beim BAFA nachgelesen werden.

Rechnen Sie auch bei einer Förderung mit Ihren eigenen Zahlen. Ein Zuschuss ersetzt nicht die Frage, ob sich die Beratung für Ihren Betrieb lohnt.

Was danach kommt

Nach dem Analyse-Tag entscheiden Sie in Ruhe. Sie können den Ablauf von mir umsetzen lassen, ihn selbst bauen oder gar nichts tun. Die Ergebnisse gehören Ihnen in jedem Fall.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob ein Analyse-Tag für Ihren Betrieb passt, beginnen Sie mit dem Betriebs-Check. Er kostet nur zwei Minuten und zeigt, ob und wo es sich lohnen könnte.

Und wenn die Antwort lautet, dass sich bei Ihnen derzeit nichts lohnt, haben Sie mit überschaubarem Aufwand Klarheit gewonnen und kein Geld in ein Projekt gesteckt, das nicht trägt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Analyse-Tag?

Der Tag selbst dauert einen Arbeitstag im Betrieb. Dazu kommen Vor- und Nachbereitung, damit die Ergebnisse als Liste mit Reihenfolge und Festpreis bei Ihnen ankommen.

Muss ich danach etwas bei Ihnen beauftragen?

Nein. Die Liste mit Ihren Abläufen gehört Ihnen. Sie entscheiden, ob Sie etwas umsetzen lassen, selbst bauen oder abwarten.

Wird eine KI-Beratung gefördert?

Das BAFA fördert Unternehmensberatungen für kleine und mittlere Unternehmen. Antrag und Informationsschreiben müssen vor dem Beratungsvertrag vorliegen. Ob eine konkrete Leistung förderfähig ist, klären Sie vorab mit dem BAFA und dem Anbieter.

Welche Unterlagen soll ich mitbringen?

Hilfreich sind Beispiele aus dem Alltag, etwa typische Eingangsmails, Rechnungen, Angebote und die Tabellen, mit denen Sie arbeiten. Echte Kundendaten brauchen Sie dafür nicht offenzulegen. Geschwärzte Beispiele reichen.

Lieber kurz reden?

Ich sage Ihnen in 30 Minuten, ob sich das bei Ihnen lohnt.